Michael Brzoska ist der Hauptorganisator des Altburgfestivals in Bundenbach und erwartet in diesem Jahr mehr als 2000 Besucher - Wenn das Wetter mitspielt
Planwagen fährt die Gäste zum Festival
Flyer und Plakate wurden von Helfern im Umkreis von 150 Kilometern verteilt
Auch in diesem Jahr wartet das Altburgfestival in Bundenbach mit einem umfangreichen Programm auf die Besucher.
Wie viel Arbeit hinter der Organisation steckt, berichtet Michael Brzoska, der Erste Beigeordnete des Ortes. BUNDENBACH. Viel Arbeit hatte Michael Brzoska, der Hauptorganisator des Altburgfestivals, in den vergangenen Wochen.
Vor allem für den großen Markt, der rund 40 Stände umfassen soll, ist eine umfangreiche Planung und Vorbereitung nötig. "Ich habe mir zum Ziel gesetzt, jeden Standbetreiber einzeln einzuladen, dadurch war ich auf vielen Märkten in der Region unterwegs", berichtet Brzoska. Dort habe er dann gezielt die Marktbetreiber mit den schönsten und originellsten Ständen angesprochen, um sie für den Markt beim Altburgfestival zu engagieren.
"Wir haben das dann auch vertraglich festgelegt, sodass wir Planungssicherheit haben", erklärt der Bundenbacher. Rund zwei Stunden jeden Tag ist er nur mit der Organisation beschäftigt. Klar, dass eine solche Aufgabe nicht allein erledigt werden kann:
"Insgesamt sind wir sechs Leute, die hauptsächlich in die Planung involviert sind." Bei der dreitägigen Veranstaltung, die von Freitag, 22. August, bis Sonntag, 24. August, stattfindet, werden rund 100 Helfer der Ortsgemeinde, vom Sport- und Musikverein sowie der Feuerwehr eingesetzt, die bei der Parkplatzvergabe, beim Kassieren des Eintritts oder beim Essensverkauf Hand anlegen.
Los ging die Planung für die Veranstaltung schon im Januar. "Positiv für uns war, dass wir parallel das Keltenfest im Juni ausgerichtet haben, dadurch waren wir recht früh mit der groben Planung fertig," erinnert sich Brzoska. Gezielt wurde auch in diesem Jahr auf Werbung gesetzt: In verschiedenen Internetforen wurde über die Veranstaltung geschrieben. "Außerdem haben wir das Fest in die Veranstaltungskalender eingetragen und Plakate und Flyer im Umkreis von 150 Kilometern rund um Bundenbach verteilt", berichtet der Organisator. Neu in diesem Jahr ist das sogenannte Keltenshuttle, ein Planwagen mit einem Traktor als Zugmaschine, das die Besucher kostenlos vom Parkplatz in die etwa 800 Meter entfernte Keltensiedlung bringt. Für einen Euro Gebühr können die Gäste ihr Fahrzeug dann parken.
"Dieser Service ist vor allem für Menschen gedacht, für die der Weg zum Fest zu anstrengend wäre", sagt Brzoska. Außerdem ist die Einrichtung eines Markthotels geplant, in dem die Besucher kostengünstig in Zelten übernachten können. "Ob das aber organisatorisch noch klappt, weiß ich nicht", sagt Brzoska. Trotzdem steht für ihn fest: "Die Planungen sind auf der Zielgeraden, jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen."
Die positive Entwicklung der Besucherzahlen, im Vorjahr waren es 1200, beim Keltenfest rund 2000, soll sich auch bei diesem Fest fortsetzen, denn klar ist: "Bisher haben wir kostenneutral gearbeitet, aber irgendwann muss sich das Altburgfestival rechnen", betont Brzoska. Ein möglicher Gewinn soll in die weitere Sanierung der Altburg investiert werden. Dass die Anlage mittlerweile mehr als 20 Jahre alt, ist merkt man vor allem bei der Technik des Museums: "Die Besucher erwarten mittlerweile Elektroguides und weitere technische Fortschritte. Da müssen wir dringend nachrüsten", meint der Bundenbacher. Außerdem müssten unter anderem der Zaun, die Dränage und die Eingangstore repariert werden.
In eine neue Marketingstrategie, ein verbessertes Beschilderungskonzept und intensivere Mitarbeiterschulungen soll ebenfalls investiert werden. (gm)
14.08.2008 © (gm) Nahe-Zeitung - Seite 30
20. Altburg-Festival vom 22. bis 24. August: Mit einem neuen Konzept gerät die traditionsreiche Veranstaltung wieder auf die Erfolgsspur
Auf Hochtouren laufen die Vorbereitungen für das 20. Altburg-Festival. Das kleine Jubiläum soll stilvoll über die Bühne gehen und wieder jede Menge Folkfans in die frühere Keltensiedlung locken.
BUNDENBACH. Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Eine wechselvolle Geschichte prägt das Altburg-Festival, dass in diesem Jahr vom 22. bis 24. August stattfindet und von einem großen mittelalterlichen Markt begleitet wird. Historisches Ambiente, Folk-Musik vom Feinsten: Schnell entwickelte sich das Festival zu einem Publikumsmagneten, der aus dem Veranstaltungskalender der Region nicht wegzudenken war.
Doch der Musikgeschmack änderte sich im Laufe der Zeit, Folkiges war phasenweise nicht gerade angesagt, dazu gab's noch Dauerregen bei diversen Festivals auf der Altburg... Der Heimatverein Bundenbach hatte als Organisator schwierige Zeiten zu überstehen. 2006 war der Verein letztmalig federführend; das finanzielle Risiko einer solchen Veranstaltung schien übergroß zu werden, dazu kam ein Vorstandswechsel innerhalb des Heimatvereins, der sich danach schrittweise von der Veranstalterrolle verabschiedete. Von Seiten der Ortsgemeinde gab es indes ein klares Signal: Ein so traditionsreiches Festival darf nicht sterben und ist beste Werbung für die Region. Seitdem ist Michael Brzoska, Erster Beigeordneter in Bundenbach, mit der Organisation betraut.
Das erstmals im vergangenen Jahr erprobte neue Konzept ging auf: weg von einer reinen Musikveranstaltung, hin zu lebendigem Markttreiben mit flotter Musik, Geschichtenerzählern und einem pfiffigen Kinderprogramm. "Wir wollen Leben auf der Altburg. Das soll echt sein, Geschichte fühlbar machen...", fasst Brzoska im Gespräch mit der NZ die aktuellen Ansätze zusammen. Abgeschlossen sind die umfangreichen Renovierungsarbeiten auf der Altburg: In erster Linie wurden die morschen Pfähle der Häuser ersetzt.
Auf dem unteren Plateau der Keltensiedlung Altburg soll der keltische Markt die Gäste locken. Zahlreiche Marktleute werden ganz unterschiedliche Waren feilbieten. Das Angebot reicht unter anderem vom Germanenschmuck über Leder und Felle, Hornwaren, Heilsteine, Holzskulpturen, Tonwaren, Gewürze bis zu Elixieren und Gewandungen für große und kleine Mittelalterfreunde. Am Rande des Marktgeschehens werden zudem mehrere keltische Gruppen ihr Lager aufschlagen.
Innerhalb der ehemaligen Siedlung wird die Präsentation keltischen Handwerks vorrangig sein. So wird der Umgang mit der Handspinde wie auch das Weben von Stoffen und Bändern gezeigt; ebenso lassen sich Schmied, Lederschmied und Bogenbauer über die Schulter schauen.
Am Festival-Freitag spielt ab 20 Uhr die Formation "Rambling Rovers" traditionelle Songs und Tunes aus Irland, Schottland und Frankreich. Samstags ab 18 Uhr tritt die Gruppe "Itchy Fingers" auf. Die junge Band steht in der musikalischen Traditionen des westlichen Irland. Von 20 bis 22 Uhr ist die Band "In Search of a Rose" mit Irish-Folkrock in unverwechselbarer Intensität zu Gast. Mit dem Auftritt von "An Cat Dubh", Celtic-Folk-Rock aus Darmstadt, endet das Programm am Samstag.
Sonntags - hier werden viele Familien mit Kindern erwartet - steht das Markttreiben im Mittelpunkt: Ganztägig wird es ein abwechslungsreiches Programm mit "Bertholder, dem Erzähler", orientalische Tanzeinlagen der Gruppe "Numidae" und vieles mehr geben. (vm)
12.06.2008 © Rhein-Zeitung
Teile des Kulturerbes im "Tal der Jahrtausende" wurden gerade erst für 60 000 Euro saniert - Geschichtenerzähler, Märkte und Handwerkertreiben zeigen eine vergangene Zeit.
Keltensiedlung ist lebendiges Museum
"3. Keltenfest" und "20. Altburg-Festival" sind große Sommerattraktionen.
Das "Tal der Jahrtausende", das Hahnenbachtal mit dem Besucherbergwerk Herrenberg, der Schmidtburg und der rekonstruierten Keltensiedlung Altburg, wird auch in diesem Sommer wieder mit einer Reihe kultureller Angebote glänzen. Mittelpunkt des Geschehens: das Gelände inner- und außerhalb des Palisadenringes der mystischen Altburg.
BUNDENBACH. "Lebendiges Museum", "Experimentelle Archäologie", "Wandern auf keltischen Spuren", "Leben wie die Kelten" - das sind einige der Entwicklungsschwerpunkte, mit denen das "Tal der Jahrtausende", das Hahnenbachtal unterhalb von Bundenbach im Hunsrück, sein touristisches Profil als historienträchtige Burgen- und Berglandschaft (weiter) ausbauen will. Die Maßnahmen für 2008 - ein prall gefülltes "keltisches" Sommerpaket - wurden vergangene Woche vom Bundenbacher Bürgermeister Klaus Hartmann, von Michael Brzoska, dem Ersten Beigeordneten der Gemeinde und Hauptorganisator der Aktionen, und von Uwe Anhäuser, dem Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft Hahnenbachtal, der Öffentlichkeit vorgestellt.
"Eine durch die Keltengruppen ,Trebeta' und ,Taranis' besiedelte Altburg", erläutert Michael Brzoska das Konzept des "3. Keltenfestes" vom 27. bis 29. Juni 2008, "soll den Besuchern zeigen, wie es einst gewesen sein könnte." Mit dabei ist "Bertholder, der Erzähler", der Geschichten aus der "Anderswelt" vorträgt. Eine Feuershow, ein Kinderprogramm, bei dem die Teilnehmer (fast) authentisch keltisch leben können, und mittelalterliches Markt- und Handwerkertreiben sind Teile des Festes.
Die Gruppe "Numidae" zeigt ein Tanzprogramm, die Musikgruppen "Skalden", "Dopo Domani" und "Versengold" treten auf. "Unter fachkundiger Führung" werden "auf keltischen Spuren" Wanderungen hinunter ins Tal und zur gegenüberliegenden Schmittburg angeboten. Der Eintritt am Freitagabend, wenn es um 19 Uhr losgeht, ist ermäßigt: 3 Euro (statt 5 Euro am Samstag und Sonntag) für Erwachsene, 1,50 Euro (statt 3 Euro) für Jugendliche. Der Eintritt für "Kinder unter Schwertmaß" ist an allen Tagen frei. Start am Samstag ist um 14 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr.
Zweiter Höhepunkt des Sommerprogramms wird vom 22. bis 24. August 2008 das mittlerweile zum 20. Mal stattfindende "Altburgfestival" sein. Längst hat es Kult-Status und zieht über die Region hinaus seine Fans an. Am Freitag spielt ab 20 Uhr die Formation "Rambling Rovers". Am Samstag ab 18 Uhr treten "Itchy Fingers", ab 20 Uhr "In Search of a Rose" auf. Es folgt die Celtic-Folkrock-Gruppe "An Cat Dubh". Nach dem Erfolg im vergangenen Jahr bietet auch das "20. Altburg-Festival" wieder mehr als nur irische und mittelalterliche Musik. Ähnlich wie beim "Keltenfest" präsentieren sich - mit Schwerpunkt auf dem Sonntag - keltische Gruppen, Gaukler, Erzähler, Tänzer und Tänzerinnen. Auch das Kinderprogramm und ein mittelalterlicher Markt gehören dazu.
"Wir wollen unsere herrliche Gegend mit der ganz besonderen Atmosphäre um Altburg und Schmittburg weiter bekannt machen", erläutert Michael Brzoska die Bemühungen von Bundenbach und der Schutzgemeinschaft Hahnenbach, mit der die Ortsgemeinde zum ersten Mal bei der Ausrichtung der beiden Feste zusammenarbeitet. Gerade erst wurden Teile des Kulturerbes "Altburg" mit einem Aufwand von 60 000 Euro saniert. Finanziell unterstützt wurde, so Brzoska, die Gemeinde durch den Regionalrat Wirtschaftsförderung, durch den Kreis, die Verbandsgemeinde, die Kreissparkasse und weitere Spender. "Die Ortsgemeinde allein könnte solche Aufwendungen niemals schultern", bedauert Bürgermeister Klaus Hartmann. "Keltenfest" und "Altburgfestival" sind finanzielle Bausteine bei der Erhaltung des "gewichtigen" Kulturerbes. "Uns geht es aber nicht vorrangig ums Geld", legt Michael Brzoska seine "Philosophie" dar. "Ich bin durchaus zufrieden, wenn unsere Planungen Null auf Null aufgehen.
Wichtig ist die positive Werbung für unsere Region, dass die Besucher gerne wiederkommen, dass wir Freunde gewonnen haben.
Auf lange Sicht", das weiß Brzoska natürlich auch, "sollten wir allerdings schon in eine Gewinnzone kommen."
12.06.2008 © (ed) Nahe-Zeitung vom 17.06.2008 - Seite 22